Wohn(t)raumskulptur, Karlsruhe

Fotografie GJL+

Sanierung einer 3-Zimmer-Wohnung aus den 1970er Jahren

Eine Dreizimmerwohnung aus den späten 1960er-Jahren im Karlsruher Westen wurde grundlegend neu strukturiert. Anstelle klassischer Raumabfolgen organisiert nun ein System aus Wänden den Grundriss: als vertikale Schichten führen sie durch die Wohnung und teilen Raumzonen ein, ohne sie voneinander zu trennen. Türen werden überflüssig.

Diese Schichten lenken Blickbeziehungen und Bewegungen, öffnen Sichtachsen zur Fensterfront und erzeugen einen fließenden Übergang zwischen den Bereichen. Raumtiefe entsteht nicht durch maximale Offenheit, sondern durch präzise gesetzte Einbauten.

Funktionale Elemente folgen dem Rucksackprinzip: Stauraum, Technik und Nebenfunktionen verschwinden hinter holzverkleideten Wänden und bleiben im Alltag unsichtbar. Die Wohnung wirkt minimalistisch-ruhig und aufgeräumt, ohne an Dichte zu verlieren.

Die Materialität ist reduziert. Holz, Beton und wenige ausgewählte Oberflächen bestimmen den Ausdruck. Klare Strukturen, maßgefertigte Einbauten und der bewusste Verzicht auf tragende Eingriffe lassen den Bestand lesbar, aber neu interpretiert erscheinen – als Wohnraum, der sich zur räumlichen Skulptur verdichtet.

Gezielt gesetzte Lichtakzente und indirekte Beleuchtung führen den Blick, betonen die Schichtung der Räume und verleihen Tiefe und Struktur.

Standort Karslruhe
Beauftragung Direktbeauftragung
Bauherr Hans Jakel
Bauzeit 2025, Bauzeit: 1960er Jahre
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